„Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten“

Lesen und verinnerlichen:

„Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten“

XiongShui kommentiert diesen Telepolis-Artikel treffend wie folgt:

Wer auf diesen Satz hin nicht sofort demjenigen, der ihn ausspricht, eine schallende Ohrfeige verpasst, hat auch nichts besseres verdient.

Nur leider ist es so, daß 90% der Menschen der Meinung sind, dieser Satz habe eine Berechtigung im Zusammenhang mit der Aushöhlung ihrer Rechte. Man sollte diesen Menschen Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ um die Ohren hauen, damit sie endlich aufwachen. Zu der Zeit als dieses Buch geschrieben wurde, stand auch schon mal so eine Aushöhlung der Grundrechte an. Damals ging unisono ein Schrei durch die ganze Presse. Heute? Hört man mal ein leises Murmeln.

Unsere Demokratie scheint schon reichlich in die Jahre gekommen, sonst würden wir sie mehr schätzen…

Seid sensibilisiert! Nicht dass ich sofort was dagegen machen könnte, aber ich bin wachsam und irgendwann wird sich mal die Gelegenheit bieten. Ganz sicher.

Schatten der Vergangenheit (2)

Heute habe ich mein Auto in die Werkstatt nach Zell u. A. gebracht, und während die dran gearbeitet haben, bin ich ein Bisschen durch den Ort gelaufen. Da bin ich auch am Friedhof vorbeigekommen.

Dort liegt, so ist mir wieder bewusst geworden, mein Schulkollege Marc Propach begraben.


Grab von Marc Propach

Er starb 1991 (glaube ich) als er mit Papas Mercedes gegen einen Baum gefahren ist. Naja, selber schuld sage ich heute, wieder ein Raser weniger. Damals allerdings war das für lange Zeit ein ziemlicher Schock für mich gewesen. Kommt ja auch immer sehr überraschend so was.

„Der Marc, ausgerechnet der!“ haben sich viele (so auch ich) gedacht. Der stand mitten im Leben, war beliebt, sah recht gut aus, hatte reiche Eltern, eine hübsche Freundin. Dass dem so was passiert war irgendwie unbegreiflich.

Heute, 15 Jahre später wirkt das alles etwas seltsam, wenn ich zurückdenke. Nicht mehr groß traurig, aber irgendwie seltsam. Das Grab z.B. ist völlig verwildert (siehe Foto). Damals waren wir glaube ich alle ziemlich mitgenommen gewesen. Aber heute denke ich eher, was jemand, der „in der Vergangenheit zurückgelassen“ wurde so alles verpasst hat; Handies, Internet, vernünftige Mode ;-), Linux, schnelle PCs, Navigationssysteme im Auto, usw.

Mir ist aufgefallen, dass ich oft unbewusst beim Tod von Leuten zu rechnen anfange. Z. B. starb mein Papa 1978. Da war ich 5. Und heute bin ich (unidirektional, leider) in Frauen verliebt, die teilweise damals noch gar nicht auf der Welt waren. Das verwirrt mich alles.