Der (erfolgreiche) Google-AdWords-Heiratsantrag

2011 haben Jana und ich geheiratet. Das war ein toller Tag für mich, und hoffentlich auch für sie.

Dem vorausgegangen war mein, letztendlich erfolgreicher, Heiratsantrag. Und der ging so:

Auf irgendeiner Website habe ich mal gelesen, dass ein Web-/Grafik-Designer in den USA sich bei mehreren Agenturen beworben hat, indem er bei Google AdWords Keyword-Anzeigen auf die Namen der jeweiligen Inhaber dieser Agenturen geschaltet hatte.

Heißt der Agentur-Chef also z. B. „Jim Miller“, dann hatte der Bewerber eine Anzeige geschaltet, die immer dann erscheint, wenn jemand „Jim Miller“ in der Google-Suche eingegeben hat. Mutmaßlich waren das dann eben die Agentur-Chefs selber, wenn sie herausfinden wollten, was so über sie geschrieben wurde.

In dem Artikel stand, dass er erfolgreich war und tatsächlich mehrere Einladungen zu Job-Interviews und final wohl auch eine Zusage erhalten hatte.

Das war mein Ausgangspunkt. Das sollte doch auch für einen Heiratsantrag machbar sein.

Also habe ich eine kleine Seite gebastelt, auf der eine einfache Frage „Jana, willst Du mich heiraten?“ stand, und zwei Schaltflächen „Ja“ und „Nein“. Wenn jeweils eine angeklickt wurde, dann erhielt ich eine E-Mail mit der entsprechenden Antwort.

Damit nicht jeder einfach auf „Ja“ oder „Nein“ klicken konnte, habe ich vorgeschaltet noch eine kleine Frage gestellt, deren Antwort nur Jana und ich wussten. Erst bei korrekter Beantwortung ging’s dann weiter zu obiger Seite.

Anschließend musste ich nur noch eine Google-AdWords-Anzeige auf Janas damaligen Vor- und Nachnamen schalten und warten.

Ich glaube, ich habe immer wieder mal verbal dezente, verschlüsselte Hinweise hinterlassen, und nach ungefähr 6 Monaten warten meinerseits, hat Jana dann tatsächlich auf die Anzeige, und glücklicherweise auch auf „Ja“ geklickt.

Es gab noch ein paar Fallback-Möglichkeiten zum Heiratsantrag, die ich vorbereitet hatte, die dann zum Glück nicht benötigt wurden.

Ja, so war das damals, ich denke immer noch gerne an die Zeit zurück 😊

NFT verkaufen

Inzwischen ist auch bei mir der Begriff „NFT“ angekommen. Das sind digitale Kunstwerke, die über eine Krypto-Blockchain eindeutig verbucht sind.

NFTs können getauscht oder gegen Kryptowährungen verkauft werden. Ich habe das auch mal ausprobiert:

Hier meine Seite bei OpenSea.

Insgesamt vermutlich ein völliger Quatsch. Und zum Ausprobieren doch ganz witzig.

Wenn jetzt jemand ein Bild von mir kauft, dann bekomme ich Ethereum auf meine Ethereum-Wallet gutgeschrieben.

Eine Kurzanleitung habe ich aus diesem TikTok-Video.

Von Aldi getrollt

Aldi weiß wohl, dass ich seit über 20 Jahren keinen Alkohol trinke und versucht mich jetzt mit anderen Produkten zu ködern/trollen:

Ggf. werde ich das tatsächlich mal probieren, auch wenn mir Bier eigentlich gar nicht schmeckt, unabhängig davon, ob Alkohol oder nicht.

ARDF-Fuchsjagd

Das war damals ein fantastisches Spiel, Mitte der 80er-Jahre auf dem Commodore C-64: „ARDF-Fuchsjagd„, das auf den Disketten (ggf. auch noch Kassetten) des Magazins „Input 64“ aus dem Heise-Verlag in Hannover kam.

Konkret ist es in der Ausgabe Juni 1985 erschienen (ich war damals 12 Jahre).

Aus Nostalgiegründen habe ich das vor kurzem mal mit dem Lösungsweg durchgespielt und aufgezeichnet:

Ist aus heutiger Sicht sehr schlicht und übersichtlich, damals hat es einen Höllen-Spaß gemacht, mich tagelang und wochenlang mit dem Spiel zu beschäftigen, zusammen mit meinem damaligen Kumpel Dean.

Warum ich mein soziales Engagement auf ein Minimum herunterfahren werde

Verkehrswende, Umweltwende, Wirtschaftswende – ab jetzt ohne mich 😢

Seit vielen Jahren versuche ich, im Rahmen meiner Möglichkeiten, mich gesellschaftlich und sozial zu engagieren. Ich habe vieles gemacht:

  • Seit 3-4 Jahren saß ich in quasi jeder öffentlichen Gemeinderatssitzung bei uns in Eislingen. Meiner Meinung nach kann jeder einfach eine große Klappe haben; sich dann tatsächlich auch die Zeit zu nehmen und bei den Sitzungen dabei zu sein ist nochmals deutlich aufwändiger, aber auch notwendiger, um überhaupt mitreden zu können.
  • Ich sammle regelmäßig Müll ein und habe mitgeholfen, „Cleanup Göppingen“ und „Cleanup Eislingen“ mit zu gründen.
  • Der Grundschule meiner Kinder habe ich pro bono geholfen, Microsoft Office 365 einzuführen und begleite es seitdem aktiv mit.
  • Ich melde seit Jahren Falschparker auf Geh- und Radwegen in Eislingen und Göppingen, weil ich der Meinung bin, dass gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer besonderen Schutz bedürfen.
  • Auch bin ich bei den Grünen eingetreten und habe dort im Wahlkampf und beim Organisieren von Veranstaltungen geholfen. Für mich galten/gelten die Grünen als die am wenigsten schlechte Partei für eine progressive Zukunft.
  • Ich habe regelmäßig Leserbriefe an unsere lokale Tageszeitung geschrieben (die auch größtenteils veröffentlicht wurden), um den vielen rechten Leserbriefschreibern ein Gegengewicht entgegen zu stellen.
  • Unserer Stadtverwaltung habe ich zahlreiche gut ausgearbeitete Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit von Schulkindern und Radfahrern unterbreitet, und sogar mal eine Verkehrsschau angeregt. Siehe auch meine Seite mordstreifen.de dazu. Ähnliches habe ich bei der Stadt Göppingen versucht anzuregen. Auch habe ich beispielsweise Bücher zu moderner, sicherer Fahrrad-Infrastruktur gekauft und an die Stadträte verschenkt.
  • Vor zwei Jahren habe ich mein Verbrenner-Auto abgeschafft und mir dafür einen Tesla gekauft, um wenigstens einen kleinen Beitrag für weniger Lärm und Abgase zu leisten. Nächstes Jahr wollen wir zwei Autos (einen VW-Bus und den Tesla) durch einen einzigen neuen Tesla Model Y ersetzen.
  • Ich bin seit Beginn der Schulzeit meiner Kinder freiwillig Elternvertreter.
  • Bei der Agenda 2030 der Stadt Göppingen bin ich aktiv und arbeite in einem Teilprojekt mit.

All das, und noch einige Dinge mehr, waren und sind aus meiner Sicht absolut notwendig. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine Verkehrswende, eine Wirtschaftswende und eine Umweltwende benötigen. Das alles benötigt ein, oft selbstloses, Engagement von allen Bürgern. Das wollte ich nicht nur fordern, sondern auch aktiv selbst mit gestalten.

Menschen müssen empathischer werden, mehr als Kollektiv denken und weniger als Egoisten.

Mein Sinneswandel

Auch heute (Mitte Juni 2021) bin ich noch fest davon überzeugt, dass ich eigentlich das Richtige mache.

Doch schon seit längerem zweifle ich an der Sinnhaftigkeit meines praktischen Vorgehens. Das Allermeiste, was ich angeregt habe, wurde entweder nie realisiert, zu Tode verschleppt, ausgesessen oder ignoriert:

  • Meine Leserbriefe an die Zeitung wurden zwar häufig veröffentlicht, aber ansonsten gab es genau null Reaktion oder auch nur ein µ an sinnvollem Outcome.
  • Unser Müll-Sammeln bringt für vielleicht 1, 2 Tage eine Verbesserung, und spätestens nächste Woche sieht es wieder genau so aus. Obwohl inzwischen schärfere Gesetze da sind und höhere Strafen möglich, erkenne ich genau null progressives Handeln unserer Städte und Verwaltung, über „das Verwalten des Elends“ hinaus. Es wird eher immer schlimmer mit dem Müll. Eine Sisyphusarbeit.
  • Die Agenda 2030 wirkt auf den ersten und zweiten Blick progressiv, kommt mir aber vor wie eine Beschäftigungstherapie für engagierte Mitbürger, damit diese nicht stören, während Verwaltung, Politik und Wirtschaft munter weiter mit Vollgas Raubbau an unserem Planeten betreibt. Seitdem ich weiß, dass die Idee des CO2-Fußabdrucks von BP kommt, um uns einzureden, es sei unserer CO2-Footprint, nicht ihrer, empfinde ich diese ganzen „Hey Bürger, engagiert euch“-Rufe als noch absurder.
  • Meine Grundschule lässt gefährliche Esoterikerinnen auf Kinder los. Empathisch-kritische Rückfragen werden höflich aber bestimmt mit False-Balance und anekdotischer Evidenz abgebügelt.
  • Gemeldete Falschparker werden in Eislingen wohl meistens verfolgt (in Göppingen wurde mir verboten, weitere zu melden), aber insgesamt erkenne ich keinen Willen in den Verwaltungen, massiv die bestehenden(!) Regeln kompromisslos durchzusetzen. Ich bin da noch nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein.
  • Die Liste ließe sich glaube ich beliebig lange fortsetzen.

Ich habe schmerzhaft gelernt, dass ich und meine Vorschläge und Aktivitäten bestenfalls ignoriert oder im schlimmsten Fall aktiv ausgebremst werden. Manchmal bekomme ich noch eine offizielle Ehrung für mein Engagement, die mir genau nichts bringt. Ich hätte Rückhalt und ein schnelles, entschiedenes „gemeinsam an einem Strang ziehen“ der Verantwortlichen gebraucht. Keine bunten, wertlosen Glasperlen.

Es reicht!

Das Fass zum Überlaufen gebracht haben dann eigentlich die Aktionen und Reaktionen der Verwaltung und Politik während der Coronavirus-Zeiten. Ein paar Beispiele:

  • Luftfilter in Schulen sind wissenschaftlich nachweislich wichtig für den Schutz vor Coronavirus. Wir wollten als Elternschaft selbst versuchsweise eine zertifizierte Anlage einbauen. Hat uns die Stadtverwaltung verboten. Obwohl wir quasi alle hinter uns hatten: Schulleitung, Eltern, Stadträte, Zeitung, Nachbarkreise, die das auch gemacht haben. Hat alles nichts gebracht. Egal, welche Vorschläge wir unterbreitet hatten, es gab immer einen angeblichen Pferdefuß, warum es doch nicht geht. Jedes Argument zur Entkräftung wurde mit einem anderen vorgeschobenen Grund abgebügelt. Obwohl rings um uns herum die Städte und Gemeinden munter Schulen mit Luftfiltern und Lüftungsanlagen ausgestattet haben. Inzwischen ist das Thema wieder in eine ferne Zukunft tot vertagt worden.
  • Homeschooling habe ich aufgrund von Coronavirus mit meinen Kinder fast ein dreiviertel Jahr lang gemeinsam praktiziert und sie täglich daheim unterrichtet, mit viel Schweiß und Tränen bei allen Beteiligten. Jetzt wollte ich bei sinkenden Fallzahlen meine Kinder wieder in die Schule lassen, und die Grüne(!) Landesregierung in BW schafft nun das einzig sinnvolle Mittel ab (neben den, nicht vorhandenen, Luftfiltern), nämlich die Maskenpflicht in Klassenräumen. Und das obwohl die Delta-Variante schon in BW ist. Selbst in Bayern gilt nach wie vor die Maskenpflicht im Unterricht, eben weil sie virologisch sinnvoll ist, und eben weil es nirgend Luftfilter oder Lüftungsanlagen gibt. Und das nur weil laute, unwissenschaftliche Minderheiten sich erfolgreich Gehör bei der Regierung verschafft haben. Vor der Wahl dachte ich, das liegt an Frau Eisenmann, dass ihnen die Schülerinnen und Schüler am Arsch vorbei gehen. Jetzt habe ich schmerzhaft gelernt, dass es mit den Grünen genau so schlimm ist.
  • Geschützte Radwege allgemein und meine ganzen Versuche, den Radverkehr sicherer zu machen, werden systematisch von einer unwilligen (unfähigen?) Verwaltung ignoriert (ich erinnere mich noch beispielhaft an den selbstzufriedenen Polizisten, der im Rahmen einer Verkehrsschau gesagt hat, dass ihm kein Fall bekannt sei, bei dem eine Fahrradstraße mit gleichzeitigem Autoverkehr eine schlechte Sache sei, deshalb sei sie eine gute Sache). Anderes Beispiel: Unsere einzige Kreuzung mit geschütztem unterirdischen Fuß- und Radweg soll abgeschafft und durch einen Kreisverkehr mit gemischtem Fuß-, Rad- und Autoverkehr ersetzt werden. Auf einem Haupt-Schulweg. Und so geht das stehts weiter. Alle progressiven Vorschläge werden entgegen genommen, meist wird sich bedankt, und dann quasi immer ignoriert. Immer. Ich bin völlig machtlos, auch nur ergebnisoffen angehört zu werden.

Ich habe schmerzhaft gelernt, dass es in Politik und Verwaltung wie in der Liebe ist: Wenn es passt, kann man fast nichts falsch machen, und wenn es nicht passt, kann man fast nichts richtig machen. Egal wie sehr man sich anstrengt, nachfasst, dokumentiert oder recherchiert. Und alle sind von Egoismus, Phlegmatismus oder Lobbyismus getrieben. Egal was man als einzelner, engagierter Bürger, machen will, keine Chance. Und in den meisten Fällen stand ich ja noch nicht mal alleine da, sondern wir waren viele, die eine Veränderung wünschten. Auch das war jeweils egal.

Coronavirus hat das deutlicher denn je für mich aufgezeigt: Selbst in den Hochzeiten einer Pandemie war und ist keinerlei Flexibilität von einer Verwaltung und Regierung zu sehen.

Bei so viel aktiver und passiver Arbeitsverweigerung trotz all den vielen, drängenden, nachhaltigen Zukunftsthemen, wie z. B. der Klimakatastrophe und der aktuellen COVID-19-Pandemie, habe ich nur noch Verachtung für Teile der Gesellschaft, der Politik und Verwaltung übrig. Wir bräuchten eine schlagkräftige, mutige, zukunftsorientierte, schnell und agil handelnde Verwaltung und Politik. Und wir haben größtenteils genau das Gegenteil. Selbstgefällige, oftmals völlig überarbeitete, neoliberal kaputt gesparte Verwaltungen. Wir werden uns mit unseren Unmengen von Regeln, Gesetzen und Vorschriften schön ordnungsgemäß in den Untergang verwalten.

Ich bin inzwischen nicht nur fest der Überzeugung, dass die Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft dramatisch aussterben wird und keine Perspektive mehr hat, sondern auch dass wir alle es genau so auch verdient haben.

Schlussfolgerung für mich

Das alles beschäftigt mich so sehr, dass ich eine andauernde Unzufriedenheit und Unruhe habe. Das wirkt sich negativ auf meinen gesamten Alltag, mein Zufriedenheitsgefühl und auch auf das meiner Umgebung, meine Familie und Freunde aus. Aktuell bestehe ich oft nur noch aus Zynismus und Fatalismus. Das ist ungesund.

So kann und werde ich nicht mehr weiter machen.

Ich erkenne, dass ich als einzelner einfach nichts ausrichten kann. Dementsprechend werde ich viele meiner o. g. Aktivitäten stark zurück fahren und mich verstärkt auf meine konkreten eigenen Interessen konzentrieren. Einfach damit ich Abstand von all den Dingen bekomme, die ich ganz offensichtlich (empirisch bestätigt) partout nicht ändern kann.

Ausblick

Ich werde sicherlich nicht alles komplett auf Null herunterfahren. Mein Engagement in der Schule mit Microsoft Office 365 beispielsweise werde ich sicherlich beibehalten. Weil es sinnvoll ist, und weil ich direkt sehe, dass ich etwas bewirken kann, und es sehr positiv angenommen wird. Und auch das eine oder andere mal Müll einsammeln werde ich sicherlich auch noch gehen.

Aber ansonsten versuche ich mehr mich und meine Familie in den Vordergrund zu stellen, und dann eben doch vom Gemeinwohl weg zu gehen und den Schwerpunkt wieder auf mein individuelles Wohl zu legen. Z. B. werde ich auch wieder „verpönte“ Dinge machen, wie Bitcoin & Co. kaufen, selbst wenn es der Umwelt ggf. schadet. Ich als einzelner kann eh nicht dagegen ankämpfen, wenn es große Teile der Gesellschaft nicht tun. Also warum mich selbst groß einschränken?

Bei den Grünen trete ich zeitnah aus. Ich werde sicherlich wieder Grün wählen und wünsche ihnen alles Gute, und gleichzeitig werde ich trotzdem nicht deprimiert sein, wenn korrupte, rechte Parteien wieder den Kanzler stellen.

Und insgesamt werde ich bei sozialem Engagement versuchen, nur noch wenige Dinge zu machen, bei denen ich auch eine realistische Chance auf Realisierung in einem erkennbaren Zeitrahmen erkennen kann.

Insgesamt sehr traurig, aber alles andere macht mich auf Dauer kaputt.

Ergänzungen/Anmerkungen

02.07.2021 – Mit etwas Abstand könnte ich meinen eigenen Artikel hier so interpretieren, als ob ein gekränkter, selbstverliebter Narzisst darüber herum heult, dass er nicht beachtet wird. Das war und ist nicht meine Absicht. Ich versuche, mich nie in den Vordergrund zu drängen, und will immer, dass es ausschließlich um die Sache geht. Deshalb müsste ich eigentlich, entgegen aller Widerstände, einfach immer versuchen meine/unsere „gute Sache“ weiter zu machen, nur so kann eine Veränderung überhaupt eine minimale Chance haben, zustande zu kommen. Leider ist aktuell komplett mein „Akku leer“, ich hoffe, irgendwann in der Zukunft ist das mal wieder anders.

Meine Corona-Impfreise nach Moskau

Im April und Mai 2021

Im März 2021, nach rund einem Jahr Corona-Pandemie, sind einige Impfstoffe inzwischen zugelassen und im Handel.

In der EU, natürlich, in denen die Mitgliedsländer ihre abgehalfterten Politiker gerne nach Brüssel entsorgen und damit das Peter-Prinzip in seiner reinsten Form praktizieren, ist natürlich viel zu wenig Impfstoff vorhanden. Auch für die nächsten Monate/Jahre noch.

Mit meinen 48 Jahren und (zum Glück) ohne anerkannte Risikofaktoren, wäre ich vermutlich frühestens Ende diesen Jahres oder Anfang nächsten Jahres mit einer Impfung dran. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Who knows, who cares.

Deshalb wollte ich nicht länger warten.

Impfreise

Ein Freund hatte mich auf die Website meine-impfreise.com aufmerksam gemacht. Dort habe ich dann per E-Mail für eine Impfreise mit 2 Kurztrips nach Moskau angefragt.

Als Impfstoff wird Sputnik V verwendet, nach meinen Recherchen der hochwertigste der verfügbaren Vektor-Impfstoffe gegen das Coronavirus.

Schon wenige Tage später habe ich eine Zusage erhalten und diese dann auch gleich gebucht und bezahlt. Der Flug war schon für den kommenden Donnerstag in der nächsten Woche angesetzt.

Also hieß es jetzt, sich zu sputen.

Meine Vorbereitungen

Es gab einiges zu tun:

Ansonsten war noch wichtig/erwähnenswert:

  • „Google Übersetzer“ als App aufs Handy, um per Foto-Scan ganze Schilder und Zettel live aus dem Kyrillischen übersetzen zu lassen
  • Das Erdgeschoss in Russland heißt „1. Stock“, dementsprechend ist der zweite Stock in Russland das, was bei uns der 1. Stock ist, usw.
  • Bargeld mitnehmen für die Impfung, die hat 175 Euro gekostet
  • Kartenzahlung oder Zahlung mit Apple Pay ging überall, selbst im Taxi ist das möglich
  • Druckt alles aus, was Ihr elektronisch habt. Also Bahntickets, Flugtickets, alles. Könnte ja das Handy unterwegs leer/kaputt gehen
  • Ich habe auch alle wichtigen Unterlagen (z. B. Kopie von Visum, Ausweis, usw.) auch an meine Partnerin per E-Mail gesendet; im Notfall könnte sie es mir weiterleiten
  • Mehrere Handys mitnehmen. Könnte ja eines ausfallen. Ich hatte noch das Nokia von meiner Tochter mit dabei
  • Rubel mitnehmen verboten, falls benötigt, auf dem Flughafen umtauschen
  • Keine Fotos auf dem Flughafen oder von Soldaten machen, ist wohl auch verboten
  • Tragt überall Maske! Ich hatte immer eine FFP3-Maske auf, und dann noch darüber eine Wingguard-Maske. FFP3 für die Dichtigkeit, Wingguard für das Viren-Inaktivierende
Der abendliche Beweis, dass die Masken hoffentlich dicht und eng anlagen

Mittwoch

Ich bin dann am Mittwoch, 14.04.2021, einen Tag früher mit dem Zug nach Offenbach um mein Visum persönlich von Engels Reisen GmbH abzuholen (per Kurier zurück wäre zu knapp geworden), anschließend mit der S-Bahn zum Flughafen Frankfurt und dort ein einem absurd teuren Hotel direkt am Flughafen für eine Nacht eingecheckt.

Donnerstag

Am nächsten Tag, Donnerstag den 15.04.2021, ging mittags der Flieger nach Moskau. Ich bin rechtzeitig zum Check-in (die auch meinen negativen PCR-Test sehen wollten), habe mir dort einen Boarding-Pass erstellen lassen („Kinderausweis?“ hat die sympathische Dame dort über meinen vorläufigen Reisepass gescherzt), bin dann zur Boarding-Pass-Kontrolle, zur Zoll-Kontrolle und zur Sicherheitskontrolle gegangen, und wir haben dann auf den Flieger nach Moskau gewartet. Es war eine Boeing und sie war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Es waren wohl so ggf. 40-60 Impfreisende, der Rest waren andere Fluggäste. Während dem Flug haben wir A4-Formulare ausgeteilt bekommen, die die Corona-Reiseanmeldung waren. Also wohin, woher und so. Quasi das Pendant zu einreiseanmeldung.de hier bei uns in Deutschland.

Nach knapp 3 Stunden Flug in Moskau angekommen, gab es zunächst die Einreisekontrolle, in dem unser Reisepass und Visum kontrolliert wurde. Hat alles geklappt. Dann gings zur Kofferausgabe (ich selbst hatte nur Handgepäck), und anschließend durch den grünen Zoll-Durchgang (grün = nichts zu verzollen) zum Ausgang.

Dort warteten dann sowohl die Reiseveranstalter mit ihrem „World Vision“-Schild auf uns, als auch zahlreiche Pressevertreter von nah und fern. Es hat dann insgesamt anderthalb Stunden gedauert, bis wir von dort weiter kamen. In der Zeit wurden viele Interviews gegeben (ich durfte auch manchmal), Fotos gemacht und Videos gedreht.

Anschließend fuhren wir mit einem gecharterten Bus ins Hotel in der Moskauer Innenstadt. Es wurden dann unsere Reisepässe eingesammelt (das wird wohl gemacht, um uns polizeilich anmelden zu können oder so), ich habe meinen dann am zweiten Tag an der Rezeption wieder abholen können. Anschließend ging der Abend damit zu Ende, dass ich auf mein Zimmer ging, noch mit meiner Familie über FaceTime etwas videofoniert habe, und dann zu Bett ging.

Freitag – Impftag!

Am nächsten Tag (Freitag, 16.04.2021) gab es ab 7 Uhr Frühstück. Um 9:45 Uhr waren wir dann in einem Seminarraum im Hotel versammelt. Dort wurden bei allen zunächst nochmals ein Coronatest gemacht (unter großem Medienaufgebot), und zwei Stunden später haben wir dann die Impfung bekommen (wiederum unter großem Medienaufgebot). Es gab auch Impflinge, die anonym bleiben wollten, das wurde dementsprechend respektiert von den Veranstaltern und der Presse. Wir mussten also für die Impfung nicht in die Klinik fahren, sondern die Klinikärztinnen und Schwestern kamen zu uns ins Hotel. Für mich sehr komfortabel.

Nachmittags waren wir mit ein paar Journalisten für weitere Fotos und Interviews in der Moskauer Innenstadt um diverse Touristen-Hotspots abzuklappern, z. B. das Warenhaus GUM und der rote Platz.

Abends habe ich mir noch ein Abendessen aufs Zimmer bestellt.

Samstag

Am Samstag, 17.04.2021, hatten wir „frei“ und sind nochmals mit einer sympathischen, kompetenten Touristenführerin des Reiseveranstalters durch die Hotspots von Moskau gezogen, u. a. dem riesigen Kaufhaus für Kinder.

Impfreaktionen hatte ich in der Nacht zu Samstag übrigens keine. Ich bilde mir ein, minimal gefroren und geschwitzt zu haben im Schlaf, und am Sonntag war ich ggf. auch noch etwas schlapp, aber das kann auch einfach dem Nocebo-Effekt geschuldet sein.

Für meinen morgigen, vorgezogenen Rückflug, habe ich noch schnell über die App der Deutschen Bahn einen Zug vom Flughafen München nach Hause gebucht.

Sonntag

Am Sonntag, 18.04.2021, war die Rückreise. Eigentlich erst einen Tag später, aber ich habe umgebucht, damit ich früher nach Hause konnte.

Nach dem Auschecken im Hotel sind wir um 6:30 Uhr mit dem vom Reiseveranstalter organisierten Taxi zum Flughafen gefahren. Dort musste ich nochmals einen PCR-Schnelltest machen lassen (durch meine Umbuchung wurde der nicht wie bei den anderen am Tag davor gemacht). Der war grad noch rechtzeitig fertig. Anschließend wieder zum Gate, den Checkin konnte ich dank meiner Umbuchung bereits am Tag davor online machen, durch die Passkontrolle, die Sicherheitskontrolle und dann ab zum Flieger mittels Bustransfer.

Der Heimflug von knapp 3 Stunden war ereignislos (sogar das nervige 1-, 2-Jährige Kind hinter mir hat mich nicht groß gestört). Angekommen in München dann durch die Passkontrolle (dort auch ein Screenshot der fertig ausgefüllten Seite/PDF von einreiseanmeldung.de vorzeigen, sowie den negativen Coronatest), und dann mit der S-Bahn S1 bis zum Bahnhof München, von dort heim nach Eislingen.

Ich habe mich jetzt erst mal ein paar Tage von meiner Familie isoliert („Quarantäne“) und bin ins leere Büro nach Göppingen gezogen. Gegen Ende der Woche werde ich dann nochmals einen PCR-Test machen, dann ziehe ich wieder zurück.

Epilog Teil 1

Aus meiner Sicht war die Impfreise für mich eine gute Sache, die ich gerne gemacht habe, und hinter der ich voll stehe.

Einzig die CO2-Billanz ist halt furchtbar. 4 mal fliegen, obwohl ich das nie mehr machen wollte. In einer Pandemie betrachte ich meine unmittelbare Gesundheit aktuell sehr viel höher als die Umweltzerstörung. Ggf. naiv, ggf. auch nicht. Don’t know. Das Konzept des „persönlichen CO2-Fußabdrucks“ ist wohl eine Marketingkampagne von Ölfirmen, damit sie sich aus der Verantwortung, die sie haben, stehlen können. Um mein schlechtes Gewissen wenigstens etwas frei zu kaufen, habe ich jetzt bei Atmosfair die 4 Flüge gegen Geld (44 Euro insgesamt) „kompensiert“. Der Betrag ist mutmaßlich viel zu gering angesetzt.

In drei Wochen geht’s dann zur zweiten und letzten Impfung nochmals für 4 Tage nach Moskau. Mein Visum ist 4 Wochen lang gültig, ich muss also kein neues dafür beantragen.

Teil 2

Meine Quarantäne nach Teil 1 war erfolgreich, der anschließende PCR-Test erfreulicherweise negativ.

Es ging am Donnerstag, 06.05.2021 morgens mit dem Zug in Eislingen los. Da mein Visum insgesamt 4 Wochen galt, also vom ersten Termin noch gültig war, musst ich kein neues Visum abholen. Ich fuhr direkt mit dem Zug nach Frankfurt.

Doch dieses Mal war es besonders: Ein sympathischer Redakteur vom SWR hat mich ein paar Tage zuvor angefragt, sie möchten einen kurzen Beitrag über mich für SWR Aktuell Baden-Württemberg über meine Impfreise machen. Da habe ich natürlich gleich zu gesagt.

Deshalb hat mich beim Umsteigen in Stuttgart das Team (Redakteur, Tonmann, Kameramann) in Empfang genommen und bis nach Frankfurt während des Check-ins begleitet.

Der Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse, ich wurde wieder vom Reiseveranstalter am Flughafen abgeholt und ins selbe Hotel wie letztes Mal gebracht. Dann noch kleiner Abendessen und ab ins Bett.

Am nächsten Morgen (Freitag, 07.05.2021) wurden wir geimpft, wieder im Hotel selbst in einem Seminarraum. Für den Bericht im SWR-Fernsehen war ein russisches ARD-Team mit dabei. Mit denen haben wir dann auch wieder ein paar Touristen-Hotspots angeschaut, gefilmt, und nochmals ein paar Interviews gemacht.

Am Samstag dann gab es einen PCR-Test, und am Sonntag, 09.05.2021, bin ich wieder erfolgreich in meiner Heimat angekommen. Jetzt wieder für einige Tage in die Quarantäne und am nach einigen Tagen wieder einen PCR-Test machen.

In einem Monat oder so werde ich noch einen Corona-Antikörpertest machen, um zu sehen, ob die Impfungen auch mutmaßlich einen Effekt hatten.

Danksagungen

Es war ein tolles Erlebnis, Moskau gesehen zu haben. Nicht nur einmal, sondern sogar zweimal. Das habe ich auch und besonders dem kompetenten, professionellen Reiseveranstalter zu verdanken. Danke an Albert Sigl und sein Team vor Ort, u. a. Kalima und Timur.

Auch einen großen Dank an Enno Lenze, der mir unglaublich viel Hintergrundinfos bei unseren Moskau-Touren erzählt hat. Auch Danke für sein tolles Buch, das er mir geschenkt hat.

Und der größte Dank geht an meine Familie, die mir es ermöglicht hat, dass ich die 2 mal 4 Tage frei nehmen konnte, und die im Hintergrund den Haushalt geschmissen haben. ❤

Update Mitte Juni 2021

Heute habe ich die Ergebnisse von einem Antikörpertest auf Basis eines Tests von „Euroimmun“ erhalten: Ich habe einen Ratio-Wert von 6,681. Das liegt wohl eher im unteren Bereich, den sie sonst sonst so an Messwerten haben, sagte mir die Dame der CeGaT GmbH aus Tübingen, liegt jedoch deutlich über den Schwellenwert von 1,1, ab dem das Ergebnis als Positiv gewertet wird. Die Dame sagte mir auch, dass die Ratio-Werte je nach Testbasis komplett anders ausfallen können. Ich kann also keine Ratio-Werte eines Euroimmun-Tests mit denen von einem anderen Test vergleichen.

Amazon Alexa Echo Plus erkennt Philips-Hue-Lampen auf einmal nicht mehr

tl;dr

  1. Echo auf Werkseinstellungen zurücksetzen
  2. Lampen zurücksetzen
  3. Lampen neu einbinden/erkennen lassen

Ausführlich

Seit Jahren besitze ich einen Amazon Alexa Echo Plus (2. Generation) mit integriertem ZigBee-Hub.

Daran angeschlossen habe ich zwei Philips-Hue-Lampen (via ZigBee).

Dieses Setup läuft seit mehreren Monaten/Jahren stabil.

Von jetzt auf nachher wurde auf einmal eines der Lampen nicht erkannt. Ohne Vorwarnung. Hat einfach gesagt, bzw. in der Alexa-App auf dem iPhone angezeigt, dass er das Gerät nicht erreicht.

Ich dachte dann, die LED-Lampe ist ggf. defekt und habe eine neue gekauft. Doch auch die konnte ich nicht einbuchen. Beim Erkennen der Lampe durch Alexa hat diese zwar mehrfach geblinkt, es fand also eine Kommunikation statt, trotzdem hat die App am Ende der 45 Sekunden angezeigt, dass keine neuen Geräte gefunden wurden.

Nach ein bisschen Google, habe ich das hier gefunden:

https://hueblog.de/2020/05/25/philips-hue-lampen-ohne-dimmschalter-zuruecksetzen/

Habe ich also probiert, die Lampen zurück zu setzen.

Hat wohl auch geklappt, trotzdem wurde die Lampe immer noch nicht von Alexa/Echo erkannt.

Also habe ich den Support-Chat von Amazon kontaktiert, und der hat mir dann den Tipp gegeben, den Echo auf Werkseinstellungen zurück zu setzen.

Das habe ich dann auch gemacht. Das alleine hat noch nicht geholfen, die Lampen wurden immer noch nicht erkannt.

Erst als ich dann nochmals die Lampen auch zurückgesetzt hatte, wurden sie wieder erkannt und konnten eingebaut werden.

Ich hoffe, das passiert mir zukünftig nicht mehr, bzw. nur alle paar Jahre.

Nicht auszudenken, hätte ich da dutzende von Lampen, Geräten und Gerätegruppen eingebunden gehabt, da säße ich ja stundenlang dran, das alles wieder einzurichten.

Update 1 Woche später

Des Fehlverhalten ist schon wieder da. Ich werde jetzt also wieder die hier beschriebene Prozedur durchspielen.

So richtig toll finde ich das nicht. Hoffe, der Bug wird irgendwann von Amazon korrigiert.

Amazon hat mir im Dezember 2020 ohne Vorwarnung, und ohne Begründung, dauerhaft die Bewertungsfunktion auf amazon.de gesperrt. Trotzdem ich Vielkäufer und großer Fan bin. Auch mehrfaches Nachfragen hat keinen Grund gegeben. Die für mich wahrscheinlichste Vermutung ist, dass ich ein paar Amazon-Prime-Video-Eigenproduktionen mit 1-Sterne bewertet habe.

Ich hoffe, dass die Fehlfunktionen von Alexa Echo jetzt nicht ein Anzeichen dafür sind, dass mir mein Konto langsam zugemacht wird. Keine Ahnung, was ist machen kann, wenn auch die AWS-Server mal gesperrt werden würden.

Update Anfang September 2021

Weil ich die Befürchtung hatte und habe, dass das Fehlverhalten immer wieder auftaucht, habe ich bis heute prokrastiniert und immer noch nicht das Prozedere erneut gestartet.

Ggf. motiviert mich der Herbst ja mit seinen mehr dunkleren Tagen, da mehr zu machen. Insgesamt ist es mir trotzdem echt vergangen.