Mordstreifen

Schon gewusst? „Mordstreifen“ ist das belgische Wort des Jahres 2018. Gemeint ist, was in Deutschland verharmlosend „Schutzstreifen“ heißt: eine aufgemalte Radspur auf viel befahrenen Autostraßen, wo nur ein separierter Radweg Schutz böte.

Das schreibt ein Twitter-Nutzer:

Er verweist dabei auf den Artikel „Moordstrookje“ einer belgischen Tageszeitung.

Das beschreibt aus meiner Sicht die Situation auch in Deutschland relativ gut. Fahrrad ist „irgendwie wichtig“, aber niemals wichtiger als Automobilverkehr. Leider.

Während „Mordstreifen“ ggf. ein sehr polemischer Begriff ist, um die nötige Aufmerksamkeit zu erzeugen, empfinde ich im Gegenzug den Begriff „Schutzstreifen“ als zynischen Euphemismus.

Wie geht’s besser?

Hier ist ein PDF-Dokument aus den Niederlanden, wie ordentlicher Fahrradverkehr auf der Straße gestaltet werden sollte.

Hier ist ein Video auf YouTube, wie das Kreuzungsdesign in den Niederlanden gemacht ist.

https://youtu.be/HWGBibgW7vc

Und hier ist der Wikipedia-Artikel „Protected intersetion„, wie in den Niederlanden (und einigen wenigen anderen Städten) Kreisverkehre gebaut werden, um Autofahrer nur minimal zu gängeln und gleichzeitig Fußgänger und Fahrradfahrer besser zu schützen.

Es gibt sogar am Ende das Artikels einen Link auf ein GitHub-Repository mit technischen Dokumenten zum korrekten Design von solchen Kreuzungen.

Und einen Link zu einer eigenen Design-Website zum Thema Protected crossing. Da können sich Städteplaner dann live und direkt Informationen besorgen.

Copenhagenize

Unter Copenhagenize.eu gibt es Ressourcen rund um das Verbessern von Städten für den Fahrrad-Verkehr. Sie haben auch ein Blog und ein Twitter-Konto.

Beispielsweise stammt nachfolgendes Bild aus dem gleichnamigen Buch „Copenhagenize: The Definitive Guide to Global Bicycle Urbanism„.

Greenpeace-Expertise als PDF

Es gibt von Greenpeace dieses PDF mit tollen Beispielen und Analysen.

Daraus ist auch dieses Bild gemacht worden. Sehr interessant:

Zukunft

Ich wünsche mir sehr, dass wir in Deutschland im allgemeinen und meinen Heimatstädten Göppingen und Eislingen im konkreten hier wirklich mal etwas bewegen, zum Schutz und Erhöhung der Lebensqualität von allen.

Und zwar klotzen, nicht nur kleckern.

Zum Abschluss noch ein schönes Zitat aus dem Spiegel:

(Auf das Thema bin ich über den Freakshow-Podcast FS230 (ab Minute 18:56) aufmerksam geworden)

Weitere Ressourcen

Die Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive Baden-Württemberg hat vor kurzem eine Strukturstudie zu einem ähnlichen Thema heraus gebracht:

Ankommende Suchanfragen:

  • mordstreifen de

Ein Gedanke zu „Mordstreifen

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