Rassismus

Das Buch „exit RACISM„, das ich dank Holgis Podcast „WRINT“, Folge 1094 vor kurzem gelesen habe, hat mich ziemlich beeindruckt:

Auch ich habe für mich immer gedacht, dass ich natürlich nicht rassistisch gegenüber Schwarzen und Ausländern bin. Doch ich habe mich getäuscht; ich bin genau so rassistisch wie viele andere auch.

Gerade den strukturellen Rassismus in unserer Gesellschaft hatte ich bis dato komplett ausgeblendet, bzw. kannte ich nicht.

Das Kapitel über die Kolonialisierung Afrikas empfand ich als besonders entsetzlich; um so mehr, als dass dies in meiner Erinnerung z. B. auch nie im Geschichtsunterricht behandelt wurde. Auch das ist struktureller Rassismus.

Die Autorin hat eine ganze Website dem Buch gewidmet, das es inzwischen auch als Hörbuch gibt:

Ich habe mir die Kindle-Ausgabe von „exit RACISM“ in zwei Abenden durchgelesen. Es war sehr spannend und nicht all zu lange zu lesen.

Ein weiteres Buch, das Holgi empfohlen hat ist „Deutschland Schwarz Weiß: Der alltägliche Rassismus„, das schon in den 1990ern erschienen ist. Das habe ich bisher nur angefangen zu lesen, es ist aus meiner Sicht schwieriger zu lesen und ist länger im Text. Nichts desto trotz sehr vielversprechend.

Nun bin ich auch noch auf andere, verwandte Literatur gestoßen, allen voran „Damals war es Friedrich„. Es geht darin um die Jugenderlebnisse eines deutschen Jungen im Dritten Reich, der einen jüdischen Freund hat. Ich habe mir das als Hörbuch gekauft. Ziemlich beeindruckend.

Und dann haben wir letzte Woche mit den Kindern den Film „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl„, der wohl auf einer wahren Geschichte beruht. Sehr kindgerecht und für mich auch sehr gut und berührend gemacht. War glaube ich gut, um Kinder an das Thema Nationalsozialismus heran zu führen.

Es gibt noch so viel zu tun gegen Hass, Ausgrenzung, Rassismus und Benachteiligung. Packen wir’s an!

Anekdotischer Rassismus

Anekdotischer Rassismus

Gestern habe ich glaube ich einen neuen Begriff erfunden: den Anekdotischen Rassismus.

Und das kam so:

Ich habe wieder mal einen sehr ausgewogenen Artikel über Kriegsflüchtlinge auf Facebook gelesen.

Und wieder stehen Millionen von Hass-Kommentaren in der Form „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber die sind alle kriminell, weil ich folgenden Einzelfall erlebt habe…“ unter dem Posting.

Und deshalb nenne ich das anekdotisch.

Wie ja schon Politiklehrer Thomas im Wrint-Podcast gesagt hat, ist Fremdenhass nur das Ventil für die Bevölkerung, die jahrelang durch Neoliberalismus, Austerität, Harz 4 und anderen Gängelungen große Angst vor noch mehr sozialen Kürzungen und Abstieg hat.

Und trotzdem finde ich das alles so widerlich. Ich schäme mich sehr für solches Verhalten.

MAN WIRD SICH DOCH WOHL NOCH SCHÄMEN DÜRFEN, EIN DEUTSCHER ZU SEIN!