Der Abtreibungsgegner

Als neulich bei uns in der Stadt, während einer Gemeinderatssitzung, ein neuer Gemeinderat vereidigt wurde, geschätzt 50 Jahre, habe ich ihn mal gegoogelt, um etwas über ihn zu erfahren.

Und die Artikel, die ich gefunden hatte, enthielten Fragmente wie:

  • “…CDU-Vorsitzender der Stadt…”
  • “…erklärter Abtreibungsgegner…”

Und dann schaue ich mir den Menschen so an, wie er da am runden Tisch im Rathaus inzwischen Platz genommen hat.

Und frage mich:

Wie um alles in der Welt kann jemand ernsthaft Zeit und Energie darauf verwenden, ihm fremde Menschen dazu zu bewegen, etwas zu tun oder zu lassen?

Und ich meine das überhaupt nicht wertend oder kritisierend.

Mir ist vielmehr komplett unklar, in welchem Milieu und Umfeld jemand aufwächst und lebt, der sich solche Thesen zu eigen macht.

Und sie auch noch öffentlich vertritt.

Mit welchem Recht kann sich jemand heraus nehmen, über die Lebensentwürfe andere Leute zu entscheiden?

Und mit welcher Motivation geht er an so etwas heran? Welche Befriedigung verschafft es ihm, wenn jemand nach seiner Anweisung lebt? Welchen Frust provoziert es in ihm, wenn jemand nicht danach lebt?

Ich persönlich kann nachvollziehen, wenn jemand z.B. Energie darauf verwendet, eine glückliche Beziehung zu führen, dass sein Haus schön aussieht, dass seine Kinder viel lernen, oder dass kein Müll auf der Straße herum liegt.

Leider ist mir völlig fremd, dass jemand andere Leute, die Dinge tun, die gefühlt genau null Berührungspunkte mit seinem eigenen Lebensraum zu tun haben, davon abzubringen, diese weiter zu tun.

Und ich habe wirklich lange darüber nach gedacht und mich versucht, in so eine Person hinein zu versetzen. Ich bin gescheitert.

Habt Ihr mir eine empathische, halbwegs schlüssige Erklärung?

 

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