Grundschul-Weblogger?

Wenn ich durch verschiedenste Weblogs stöbere, dann fallen mir grob einige Kategorien von Autoren/Inhalten auf:

  1. Weblogs die irgendwann mal angelegt wurden und dann als Leichen rumliegen und verwesen. (Beispiele: 1, 2, 3, 4)
  2. Weblogs von pupertierenden Minderjährigen (oder ihren erwachsenen Äquivalenten) die schreiben was es zum Mittagessen gab oder wie die neue Zahnspange aussieht. (Beispiele: 1, 2, 3, 4)
  3. Weblogs die themenbezogen über eine bestimmte Sache oder Profession berichten. (Beispiele: 1, 2, 3, 4)
  4. Weblogs die verschiedene Inhalte und Themen streifen und von engagierten Privatleuten betrieben werden. (Beispiele: 1, 2, 3)
  5. Weblogs von Menschen die ich mal zur “Weblog-Elite” zählen würde. Sie betreiben ihre Weblogs bereits seit mehreren Jahren und mit großem Engagement und Ernsthaftigkeit. (Beispiele: 1, 2, 3, 4)

Ich würde mich mal mutig zu Kategorie 4 zuordnen.

Die Weblogs von Kategorie 5 nun sind oftmals eine Klasse, die mir etwas suspekt ist: Mir kommen die Autoren oft so vor, das sie sich als “was Besseres” sehen bezüglich den Weblog-Autoren der Kategorien 1 bis 4. Was “die Anderen” schreiben ist maximal noch duldenswert aber eigentlich bemitleidenswert, weil kindisch, unintellektuell und proletarisch.

Kategorie 5-Autoren halten Bloglesungen, pflegen einen Schreibstil der beneidenswert ist, behandeln Themen die oftmals für Außenstehende (z.B. mich) unverständlich sind, führen oft bereits seit vielen Jahren ihr Weblog und sind meistens Apple-Besitzer. Und genau so wie sie über Windows-Besitzer mitleidig lächeln, lächeln sie auch über Weblog-Autoren der anderen Kategorien. Außerdem machen Kategorie 5-Autoren lauter coole Sachen wie Podcast, Videoblogging und andere hippe Sachen, die mir meistens leider gar nix sagen.

Soweit meine Einschätzung.

Deshalb komme ich mir auch, verglichen mit den “Elite-Webloggern”, immer irgendwie etwas wie ein “Grundschul-Weblogger” vor. Ich bemühe mich, meine Themen und Texte interessant, verständlich und lesenswert auszusuchen und zu formulieren, aber ich kann mich noch so anstrengen, so richtig “cool” bin ich damit glaube ich nicht. Auch wenn ich mich sehr freue, täglich so 100 Leser zu haben!

Liege ich damit richtig? Teilt Ihr meine Einschätzung? Z.B. die Kategorisierung? Oder sehe ich hier Dinge, die gar nicht vorhanden sind und bin ggf. nur neidisch ober der mir leider verwehrten journalisitischen Fähigkeiten?

Ich freue mich auf Feedback, Diskussionen, Ergänzungen und Korrektoren. Sowohl von anderen Weblog-Autoren oder auch komplett Ausenstehenden!

Und zum Schluß noch einen herzlichen Gruß an alle Weblog-Autoren aller Kategorien :-) . Ich bin sehr froh in einer Zeit leben zu dürfen, in der solche herlichen Medien wie das Internet insgesamt und Weblogs im Besonderen möglich sind!

31 thoughts on “Grundschul-Weblogger?

  1. Also ich sehe das ähnlich, vor allem die Kategorie 5-Autoren sind mir ein wenig zu abgehoben – ich beneide sie nicht, ich belächle sie nur…

  2. Deine Kategorisierung trifft zu. Dein negativer Vergleich gegenüber der Kat. 5 ist imho allerdings vollkommen unbegründet.

    Alles Neue findet seine Pioniere, die eifrig Ihre Claims abstecken und sich dadurch selbst zur Elite adeln. Das gab´s in Zeiten der Mailboxen und des CB-Funk, das gibt´s vermutlich sogar bei Modelleisenbahnern und im Internet eben zu Hauf, weil der Innovationsfaktor dort so hoch ist. Für mich wirkt dieses Getue vor dem Hintergrund etwas so banalen wie einem Blog nahezu lächerlich. Mit ein Grund, warum mir das Geschreibsel von Herrn Alphonso bswp. so derbe auf den Sack geht. Der Nervfaktor ist es dann auch, der in meiner Wahrnehmung die meisten Blogs wieder verbindet. Ob Teenygelaller, Selbstverliebtheit oder konfuses, intelektuelles Geseier ist für mich alles eine Wichse.

    Daher meine Botschaft: Soll doch jeder schreiben wozu er Bock hat – irgendwelche Leser finden sich immer :) . Hauptsache es macht Spass und tut niemandem weh.

  3. Danke, Sascha. Ich wollte das eigentlich nicht groß negativ darstellen. Ich bin oft nur verwundert ob der Ernsthaftigkeit der Kategorie 5-Autoren.

    Ist ein Bisschen wie beim Klettern glaube ich; da gibt’s welche, egal ob gut oder schlecht, die sind immer fröhlich drauf und offenherzig und kommunikativ (wie der Timo z.B.) und dann gibt es welche, ebenfalls egal ob gut oder schlecht, die gehen zum Lachen in den Keller.

    Vermutlich ist es bei Weblogs auch so :-) .

  4. Ich war noch nie auf einer Bloglesung. Ja, ich führe mein Blog seit 5 Jahren, dass werden Sie in ein paar Jahren aber auch von sich behaupten können. Ich besitze keinen Apple und – Achtung, Achtung – ich bin bekennende PC-Nutzerin! Über andere Weblog-Schreiber lächle bzw. lache ich nur dann, wenn Sie etwas witziges schreiben. Was das Bloggen angeht, bin ich neidfrei und halte mich auch nicht für besser oder besonders.

    Ich finde die Kategorisierung von Bloggern eher unheimlich, auch wenn ich mich selber bereits dabei ertappt habe (Beispiel Teen-Blogs).

    Was “die Anderen� schreiben ist maximal noch duldenswert aber eigentlich bemitleidenswert, weil kindisch, unintellektuell und proletarisch.

    Die Aussage finde ich hingegen schon wieder arg mit Vorurteilen behaftet. Nein, in Wahrheit finde ich Sie sogar ein Stückweit verletzend. Wie und auf welchen Gründen basierend, entwickelt man solch eine Meinung?
    Ich lese jedes Blog gerne, dass meine Neugier und mein Interesse weckt, und da sind mir Zugriffszahlen, Popularität oder poetischer Tiefgang schnurz egal!

    Ich persönlich hätte mich in Kategorie 4 einsortiert … was mich nun zu einem Kategorie 5-Blogger macht, habe ich leider nicht herausfinden können. Das “große Engagement” oder die “Ernsthaftigkeit”? Letzteres zähle ich übrigens selten zu den Eigenschaften meines Blogs.

    Eventuell mal das hier lesen: x-Blogger

  5. Mit den Kategorien kann ich auch leben.
    Kat. 5 (Kategorie 5 *g*) verstehe ich auch manchmal nicht.
    Ich sehe es auch wie Sascha:
    “Hauptsache es macht Spass und tut niemandem weh.”

    Mein Blog ist auch ein Kramladen. Mit der Zeit wird die
    Struktur sicherlich besser.
    Was mich wundert: “täglich 100 Leser”? Da hätte ich jetzt
    mehr erwartet. Bei mir habe ich täglich 3-500 Visits und
    zwischen 700-1000 Hits. Sehr seltsam…

  6. Du zählst mich zur Kategorie 5.
    Ich hab aber weder einen Podcast, noch einen Apple,
    ich blogge auch erst seit etwa einem Jahr, und für eine Bloglesung
    konnte mich noch niemand gewinnen.
    Was eine gewisse Arroganz angeht, okay.
    Das liegt aber daran, dass es so wenig Blogs gibt, leider,
    die einen wirklich eigenständigen Stil haben.
    Die sich was trauen.
    Die das tun, wofür ein Blog da ist:
    zu zeigen, wer man ist.

  7. Also ich freue mich über die “Kategorie 4 – Einordnung”… :o )
    (Die Fünfer sind wohl doch etwas verärgert…)

    Und heute ist ein historischer Tag für den Saftblog:

    Der Dresdner Oberbürgermeister, Herr Ingolf Roßberg, hat mir durch einen persönlichen Kommentar aus der Patsche geholfen.

    PS: Mal sehn, ob es heute mit dem Link klappt.

  8. Link klappt. Habe schon gesehen, daß einer aus Dresden gepostet hat. Ich wußte nur nicht, daß das der OB war. Cool!

  9. Meine oben gestellten Fragen waren übrigens nicht rethorischer Natur. Mich interessiert immer noch, was mich Ihrer Meinung nach zu einem “Kategorie 5″ Blogger macht.

    Es würde mich daher schon freuen, wenn Sie ein wenig Licht in mein Dunkel bringen.

  10. Z.B. finde ich dieses “Gesieze” keineswegs höflich sondern elitär. Weil’s wenige andere machen, muß man es selbst machen, damit man aus der Masse heraussticht.

  11. Das “Gesieze” ist durchaus nicht höflich gemeint. Es erwartet auch niemand, dass er gesiezt wird. Hierbei handelt es sich schlichtweg um einem Spaß. Den Stempel “Ernsthaftigkeit” haben Sie meinem Blog aufgedrückt, nicht ich oder jemand anders.
    Das Thema wurde aber auch schon abgehandelt.

    Und, dass Sie eben dieses “augenzwinkernde Sie” als elitär auffassen, liegt sicher nicht an mir, sondern an Ihrer Art, Dinge zu interpretieren.

    Ich könnte mich nun auch hinstellen und die Meinung kundtun, Sie seinen überheblich, weil Sie sich anmaßen andere Blogger in Kategorien einzuordnen und behaupten deren Verhalten und Gedanken zu kennen.

    Tu ich nicht … weil man nie von, aus dem Internet bezogenen, Informationen auf den Charakter einer Person schließen kann/sollte!

  12. Es ist zwar unhöflich einfach so ´rein zu quatschen, jedoch, allein die Tatsache, dass Sie, Frau Pia, sich über die Kategorisierung von Herrn Keim derart ereifern, sollte Herrn Keim eigentlich aufzeigen, dass Sie, Frau Pia, gar keine Kategorie 5-Bloggerin s-e-i-n k-ö-n-n-e-n, da Ihnen die überhebliche Ignoranz vollkommen abgeht. Das sollte Ihnen, Herr Keim, aber schon längst aufgefallen sein.

    Ansonsten tendieren Sie beide IMHO derzeit zu Kat.-Zwo-Bloggern. Aber das nur so am Rande :) .

  13. Ich zähle mich mal ganz mutig zur Kategorie 4. Reicht auch. Zu mehr Engagement, wie man es in Kat. 5 braucht, fehlt einfach die Zeit.
    Die Kat. 5 sind schon eine Sorte für sich.
    Ich bewundere viele für ihre Art zu Schreiben und das Vermögen Netzwerke zu knüpfen.
    Abgehoben finde ich das nicht. Wenn man im Rampenlicht steht, kann man nicht mit alen Liebfreund sein. Schafft man gar nicht. Man versucht sein bisher aufgebautes Netzwerk zu pflegen und das sieht dann vielleicht elitär aus.

    Apropos Netzwerk.
    Darf ich an dieser Stelle ganz dezent auf den Blog Contest hinweisen. Ein Schritt für alle, die mal ein 4,6-Blogger werden wollen. :-)
    http://www.krambox.de/?itemid=1117

  14. Was bin denn ich? Ich bin einfach gar nichts ;-)
    Werden eigentlich “tote” Blogs irgenwann einmal gelöscht, wenn man z.B. ein Blog bei einem Anbieter wie blogger.com hat?

  15. Wenn ich Samstags durch den Sternverlag schlendere, sehe ich Büchlein von Autoren auf dem Wühltisch die irgendwann mal (warum auch immer) einen Verleger gefunden haben, Büchlein von jungen Autoren die vor kurzem einen Verleger gefunden haben, Fachbücher von Autoren die von grösseren Verlagen gefunden wurden, Reiseführer und Kochbücher und letztendlich Bestseller von mehr oder weniger Prominenten Zeitgenossen.

    Soviel zum Thema Einsen und Nullen im Verhältnis zu gedrucktem Papier bzw. Quantität und Qualität.

    Schön zu sehen mit was sich andere Zeitgenossen in Ihrer Freizeit beschäftigen (mich natürlich eingeschlossen).

    Liebe Grüsse von der Tapete

  16. Interessantes Thema hast da wieder, lieber Uwe. Ich versteh schon was Du meinst, wenngleich ich das mir der Kategorisierung nicht so passend finde. Trotzdem Danke für die “4″, ich fühl mich da bestens aufgehoben und nehme es wie alles von Dir als Kompliment;-) Trotzdem möchte ich was die Einordnung der Blogger betrifft gerne noch einen Schritt weiter gehen: Ich möchte nach Bloggern unterteilen, die sich stur an Besucherzahlen orientieren und entsprechend ihre Themen auswählen und solchen, die auf Umsatz pfeifen und sich stattdessen mit Themen, die ihnen am Herzen liegen beschäftigen.
    Unabhängig davon schaue ich schonmal neidvoll zu den 5-Sterne-Bloggern, hierbei denke ich besonders an den Meister der Selbstinzenierung. Um sowas zu machen muß man doch entweder total durchgeknallt sein (was ich mal liebevoll annehme) oder man ist mit einem Selbstbewußtsein gesegnet, von dem ich nur träumen kann… (Andererseits hat auch dieser Meister manchmal seine schwachen Punkte…)
    Hmmm, ich glaub ich komm ins philosophieren…Hör also lieber auf…
    Also wie auch immer: Bloggen ist geil und ich freue mich, Dich auf diese Weise kennengelernt zu haben;-)

  17. Hallo!

    Eine Frage vorweg: Wozu dient denn dieser Eintrag hier?
    Was soll man damit anfangen wie du Blogeinträge klassifizierst?

    Sooo.. Du hast meinen msn-space inkl. Blog als Beispiel für Nr. 2 gewählt. Wenn ich mir jetzt die Bezeichnung durchlese, dann denk ich, dass du diese Art von Blogs schlecht dastehen lassen willst. Dazu möcht ich halt sagen. dass ich meinen Blog halt einfach nur in Verbindung mit meinem übrigen Space dazu nutze ein Bisschen von mir zu berichten und ist das nun so zu Belächeln? Soo primitiv is das ja nun nicht was ich schreibe..

    Würde es diese Bezeichnung für Nr. 2 auch treffen?
    “Meist Jugendliche die von ihrem Leben berichten wollen” so ganz ohne negativem Unterton.. oder gehört der einfach dazu? Und wenn ja, warum?

    Alex

  18. Dieser Eintrag dient dazu, Feedback von Lesern einzuholen um meine Gedanken reflektieren und korrigieren zu können.

    Dein Weblog habe ich zufällig gefunden indem ich einfach nach wenig aktualisierten Weblogs gesucht habe.

    Das soll ja auch keine Wertung sein, sondern nur eine Einteilung.

  19. Ein Blog benötigt Zeit und am besten find ich die Berufsbezogenen Blogs der Webhoster, weil mich gerade immer die lustigen Sachen der Kunden interessieren.
    Noch zur Info – der Link zur Bloggerette ist falsch.

  20. Little boxes…
    Da gibt’s es doch tatsächlich im Hinterhaus der Bloggosphäre (knapp neben Beteigeuze) eine kleine Unstimmigkeit. Der magerquark-Uwe definiert in seinem Beitrag ein paar Schubladen, in die man Blogger nach Belieben einsortieren kann. Um dem Ganzen mal direkt die Kohlensäure abzulassen: Es ist natürlich sein … [manueller Trackback]

  21. Warum sollte man Blogs denn überhaupt kategorisieren wollen? Ich ordne weder mein Blog noch alle Blogs, die ich lese, in bestimmte Kategorien. Ein Blog ist doch nur ein bestimmtes Medium der Meinungsäußerung – und hier dann mal so salopp von “abgehoben” oder “was Besseres” zu sprechen, halte ich für falsch.

    Wenn nette, lustige und unterhaltende Geschichten “Anerkennung” finden und sich diese Anerkennung in Kommentaren oder häufigen Besuchen wiederspiegelt, ist das doch toll – mehr nicht. Mich selbst kümmert das nur bedingt.
    Ich schreibe was mir in den Sinn kommt und freue mich, wenn dabei eventuell eine Diskussion entsteht, die alle Beteiligten inklusive mir, “weiterbringt”. Sei’s in Form von Laune oder Wissen.

    So, und nun gehe ich mal den 15 Minuten langen Podcast der angeblichen Besserwisserin anhören. ;)

  22. Gutes Thema und gute Kommentar. Obwohl die Kategorisierung eher die persönliche Meinung von Uwe darstellt, ist es schön zu lesen, wie Leser sich direkt seine Kategorie aussucht ;-)

    Grüße asu dem Gemischtwarenladen von silvia

  23. Ein sehr interessanter Beitrag, auch wenn mir persönlich die Kategorisierung von Blogs völlig abgeht.
    Für mich kommt es eher darauf an, ob ich den Autor sympathisch und seine Themen interessant finde.
    Da ist es mir völlig unwichtig, ob er 3 Leser am Tag hat oder 500.

  24. Pingback: BySus durchgeknallte Gedankenwelt » Blog Archive » Weblog-Typen

  25. Pingback: Ged@nkensturm 1 | blog.ekirschner.de

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